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Vorstellung eines Konzepts zur Wärmeversorgung aus regenerativen Energien für Speichersdorf

In Zukunft könnte Speichersdorf ein Vorbild für andere Gemeinden in der Versorgung seiner Bewohner mit regenerativen Energien sein. Mithilfe von Biomasse und Sonnenenergie sollen verschiedene öffentliche Gebäude und viele Privathaus- halte mit Wärme versorgt werden. Bereits seit zwei Jahren hilft die private Initiative „INKAS+“ dabei, Daten zu sammeln, auszuwerten und das Projekt voranzutreiben.

Sehr groß war das Interesse an der Vorstellung einer zu diesem Thema erstellten Machbarkeitsstudie bei der letzten Gemeinderatssitzung in Speichersdorf. Fast 50 Besucher lauschten den Ausführungen von Dr. Jens Kuckelkorn (Bayrisches Zentrum für angewandte Energie), Herrn Wolfgang Wagner und Herrn Josef Konradl (KEWOG Städtebau GmbH) sowie Frau Diana Hehenberger von der KEWOG Energie und Dienste.

Vor den Vorträgen wurde das Projekt von Bürgermeister Porsch als „zukunftsweisende Daseinsvorsorge mit Vorbildcharakter“ beschrieben. Es werden die regionale Wertschöpfung gesteigert, der CO2-Ausstoß verringert und Arbeits- plätze geschaffen. Alle Beteiligten nehmen teil an dieser Win-Win-Situation, denn eine Umstellung auf regenerative Energien zeigt mittelfristig auch positiven Einfluss auf die Finanzen.

Im ersten Vortrag erklärte Dr. Kuckelkorn, dass die Gemeinde für die Studie in vier Teile geteilt wird, welche nach und nach an das Wärmenetz angeschlossen werden können. Die erste Zone, Versorgungsgebiet 1a genannt, erstreckt sich im Norden ungefähr vom Rathaus bis zum Bahnhof und im Osten bis zur evangelischen Kirche und beinhaltet ca. 220 Wohnhäuser und viele kommunale Gebäude. Diese Zone wäre als erstes zu realisieren. Die Bereitschaft zu einem Anschluss liegt bei ca. 70 %. Kuckelkorn betonte die Einzigartigkeit des Projektes, weil hier nur bestehende Gebäude angeschlossen werden sollen.

Im anschließenden Vortrag präsentierte Herr Wolfgang Wagner sechs verschiedene Varianten mit der Höhe der zu tätigenden Investitionen. Diese betragen zwischen ungefähr fünf und zwanzig Millionen, je nachdem wie die Art der Energieversorgung erfolgt und welche Anlagen dazu notwendig sind. Hackschnitzel- und Spitzenlast- kesseln sind in allen Varianten eingerechnet. Dazu kommen in den verschiedenen Varianten die Wärmepumpentechnologie, auch mit Erdsondenspeicher, eine Biogas- anlage und die Solarthermie, jeweils in unterschiedlichen Anteilen. Je größer der Anteil der Solarthermie an der jeweiligen Variante ist, desto höher sind die Investitionskosten, jedoch sind diese Lösungen kalkulierbarer und auch bei den immer weiter steigenden Öl- und Gaspreisen günstiger. Für Gas oder Öl bekommt man immer wieder Rechnungen, die Investition in die Anlage muss nur einmal getätigt werden und es ist bekannt, wie viel Geld jeden Monat für den Kapitaldienst aufgebracht werden muss, betonte Herr Wagner.

Im dritten Vortrag wurde die Realisierbarkeit der verschiedenen Varianten genauer betrachtet.
Die Variante mit Hackschnitzelheizung, fossiler Spitzenlasten und Anteil an Solarthermie wurde von Frau Hehenberger empfohlen. Als nächster Schritt bei diesem Projekt ist die Gründung einer Projektgesellschaft angedacht. Hier könnte die Gemeinde Hauptgesellschafter werden, weitere Gesellschafter könnten die „INKAS+“, die KEWOG, verschiedene Energielieferanten oder Bürger sein. Ein passender Vorschlag für den Namen der Gesellschaft wurde auch bereits genannt: „Bioenergie Speichersdorf GmbH & Co. KG“. Die Gesellschaft sollte bis zum Ende des Jahres gegründet werden, denn sonst könnten Zuschüsse verfallen. Sub- ventionen sind für alle Varianten sehr wichtig, denn ohne die finanzielle Unterstützung des Staates ist das vorbildhafte Projekt nicht realisierbar. Jedoch machte Herr Dr. Kuckelkorn darauf aufmerksam, dass die Zuschüsse höher ausfallen, je größer der Prozentanteil der Sonnenenergie im Projekt wird.
Die beteiligten Unternehmen werden bis Mitte September genaue Kalkulationen und Pläne erstellen.
Die anschließende Fragestunde wurde sowohl von den Gemeinderäten als auch von den anwesenden Bürgern, die von Bürgermeister Porsch das Rederecht erteilt bekamen, gut genutzt.
Es wurde hier besprochen, dass ein Hausanschluss für alle Anschlusswilligen etwa 3500 € kostet und eine Erweiterung des Versorgungsnetzes möglich ist. Ein solches Netz hält etwa 40 Jahre. Der Baubeginn könnte in etwa einem Jahr sein, als Platz für die Errichtung der Sonnenkollektoren und die Lagerung der Hackschnitzel wurde das Bahngelände vorgeschlagen.
Von Seiten des Bürgermeisters kam noch der Vorschlag den ersten Interessenten eine Art Frühbucherrabatt zu geben. Frau Hehenberger schätzte das als realistisch ein.

Text: eigene Quelle
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