Wertschöpfung in der Region halten |
Durch die gemeinsame Gründung der „BioRegio Energie GmbH“ als Tochterunternehmen der KEWOG Energie und Dienste GmbH und der Stiftland Energie Service GmbH erhofft sich Landrat Wolfgang Lippert einen weiteren Schritt in Richtung energieautarke Region und Unabhängigkeit von den großen Energiekonzernen.
Der Zusammenschluss der KEWOG Energie und Dienste GmbH, welche seit Jahren erfolgreich in der Projektentwicklung und –steuerung von umweltfreundlichen Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien tätig ist, und der Stiftland Energie Service GmbH, mit jahrelanger Erfahrung in der Brennstoff-Logistik sowie besten Kontakten zu den Landwirten und Waldbesitzern der Region, vereint die Stärken beider Unternehmen. Marion Höcht und Diana Hehenberger werden die Geschicke des neuen Unternehmens gemeinsam leiten und ihr Know-how somit gebündelt einsetzen.
Neben der Unabhängigkeit von fossilen Energien und Monopolstrukturen sowie enormen Einsparpotenzialen beim CO2-Ausstoß soll vor allem die Wertschöpfung in der Region gehalten werden. Regionale Zusammenarbeit vor Ort lautet das Motto, so Marion Höcht. Rund 80,0 % der Ausgaben für Energie fließen derzeit aus unserer Region ab. Ziel ist es, 10,0 % bis 15,0 % hier zu halten. Vor allem Landwirte und Waldbesitzer können mit ihren nachwachsenden Rohstoffen zukünftig davon profitieren. Es wäre zudem nicht sinnvoll, die Heizwerke in Besitz der BioRegio Energie GmbH zu bringen, da sich die Gemeinden dann wieder in eine Abhängigkeit begeben würden.
Landrat Wolfgang Lippert schloss sich dieser Meinung an und ergänzte, dass dies auf Dauer ein zukunftsträchtiges Standbein für Landwirte werden kann. Auch im Hinblick auf das Energiekonzept, das der Landkreis für jede Kommune in Auftrag gibt, sieht er enormes Potenzial.
Die neue Hackschnitzelheizanlage „St.-Peter“ dient als wunderbares Beispiel für künftige Möglichkeiten in diesem Bereich: Sie versorgt das Missionshaus sowie das Krankenhaus, die Landwirtschaftsschule und das AOK-Verwaltungsgebäude mit umweltfreundlicher, regenerativer Wärme aus Hackschnitzeln vor Ort. Die professionelle Hackschnitzelbelieferung erfolgt durch die Firma Ziegler aus Plößberg. Besonderer Dank gilt auch den ausführenden Firmen vor Ort, so der Fa. Käs-Bau GmbH aus Windischeschenbach, der Fa. Löser GmbH, Seussen, und der Fa. Roth aus Waltershausen (Heizkessel). Rund 300 Einfamilienhäuser könnten allein mit dieser Anlage beheizt werden, so Diana Hehenberger. Die Heizanlage versteckt sich im Keller des Marthaheims neben dem Missionshaus „St.-Peter“. Von außen kaum sichtbar – nur die Metalldeckel des Hackschnitzelbunkers sowie der am Giebel des Marthaheims installierte Edelstahlkamin weisen darauf hin, dass das Marthaheim nicht nur für die Kinderbetreuung durch den Kinderschutzbund sondern auch als Heizhaus genutzt wird. Für dieses Projekt haben sich die Kosten auf ca. 800 000,- EUR belaufen. Für die Verteilung der Wärme werden Teile des bereits bestehenden Fernwärmenetzes genutzt.
Text: eigene Quelle | |
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